Akureyri

Mit dem Auto reiste ich von Reykjavík nach Akureyri. Dort habe ich im Hostel mit den dünnsten Matratzen geschlafen, die mir je untergekommen sind. War aber trotzdem sehr nett dort.
Das erste Buch bereits durchgelesen, war ich mittendrin in einem mittelmäßig guten Psychothriller als ich mich aufraffte, eine Wanderung zu Vogelbeobachtungshütten zu machen. Wo jeder Ornithologe oder Vogelfreund (ich zähle mich eher zu zweiterem, hab ich mich doch als es um Vogelbestimmung und Zählung ging in meinem Nordseejahr eher vornehm im Hintergrund gehalten) völlig aus dem Häuschen ist ob all der Limikolen.
Singschwäne waren auch dabei und hätten mich beinahe ins Wasser befördert, weil sie, gejagt vom einem revierverteidigenden Kollegen, direkt über meinen Kopf flogen. Und ich auf einer „Brücke“ ohne Geländer stand. Glück gehabt.
Die Tour war von der offiziellen Seite der Stadt Akureyri für Touristen vorgeschlagen und mit Infotafeln und Tipps versehen, sodass ich sicher war dass ich viele Menschen treffen würde. Es war ja schließlich schon Hauptsaison und das Wetter akzeptabel.
In der Beobachtungshütte hielt ich mich nur sehr kurz auf, denn zum einen war ich auf der ganzen Tour nur einem Mädchen begegnet und einem Mann auf einem Crossmotorrad, der sich noch zu mir umdrehte und zum anderen war der Thriller nicht sehr hilfreich um entspannt allein im Niemandsland durch die Feuchtwiese zu stapfen (das wäre sowas von gesperrt gewesen hier in Mitteleuropa wegen Brutvögeln und überhaupt. Alle drei Meter flog böse eine Schnepfe, ein Rotschenkel, ein Austernfischer oder irgendeine Gans auf und empörte sich über mein Eindringen). Ich kam heil wieder raus aus diesem schönen aber doch sehr sehr einsamen Biotop und ging die Straße entlang zurück nach Akureyri. Dort begegnete ich noch ein paar Graugansfamilien die ohne Zebrastreifen aber trotzdem heil die Straße überquerten und schönen Straßenschildern die Autofahrer genau vor solchen Vorkommnissen warnen.
Abends war der Himmel wolkenlos und, entgegen meines ursprünglichen Plans, entschied ich mich doch eine Tour im Eyjafjörður zu machen um zu sehen ob ich diesmal vielleicht einen Wal sehen würde. Hat geklappt.
Akureyri ist nur ein bisschen südlich vom Polarkreis, sodass es um die Sommersonnenwende nie ganz dunkel wird dort. Die Sonne verschwindet einmal kurz hinter dem Horizont und kommt dann wieder.

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2 Gedanken zu “Akureyri

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